Happy Cycling Holidays
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Happy Cycling Holidays ist seit 40 Jahren Spezialist für Radurlaube. Wir bieten über 70 individuelle Fahrradreisen mit Gepäcktransport in Europa und darüber hinaus an – inklusive detaillierter Routenbeschreibungen und einer kostenlosen Navigationsapp.
Charakteristisch für unsere Reisen ist, dass nahezu alle Touren von unseren eigenen Mitarbeitern geplant und beschrieben werden. Sie erhalten Informationen aus erster Hand, umfassend und unverfälscht – eine echte Qualitätsgarantie.
Gestaltung und Realisierung
Onlineblad.nlRuud Slagmolen, Len Blonk
Fotografie
Ruud Slagmolen und weitere
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„Was für ein schöner Ort!“, rufst du begeistert zu deinem Mitradler. „Wie bitte?“ Ein Passant reagiert leicht verärgert. Denn auch wenn Sloten die kleinste Stadt Frieslands ist, solltest du es keinesfalls ein Dorf nennen. Die Einwohner korrigieren dich sofort. Und das völlig zu Recht – wer wäre nicht stolz auf so ein prachtvolles Exemplar? Vor vierhundert Jahren war es ein Festungsstädtchen, und seitdem hat sich kaum etwas verändert. Die Wasserpforten stehen noch, ebenso die monumentalen Häuser mit ihren Treppen- und Halsgiebeln. Du lehnst dein Rad an die Fassade der alten Dorfkirche, wirfst einen Blick hinein, um das antike Interieur zu bewundern, und fährst später wieder hinaus ins grüne Polderland. Bis dir plötzlich ein Hüne von einem Mann den Weg versperrt.
Der friesische Brocken (Friese bonk) erinnert an den legendären Grutte Pier. Der Volksheld des 16. Jahrhunderts war ein Symbol der friesischen Freiheit. Er hielt Passanten an, um herauszufinden, ob der Fremde Friesisch sprach. Wie? Indem er sie mit viel Bravour einen noch heute beliebten Satz nachsprechen ließ: „Bûter, brea en griene tsiis, wa ’t dat net sizze kin is gjin oprjochte Fries.“ Na ja, das mal als waschechter Holländer nachzusprechen: „Butter, Brot und grüner Käse, wer das nicht sagen kann, ist kein echter Fries.“ Wer über die Worte stolperte, musste dies mit dem Leben bezahlen. Zum Glück ist der Grutte Pier von heute ein netter Bauernsohn, der dich gerne den Weg nach Rijs zeigt – deinem Ziel der ersten Fahrradtagesetappe.
Die Tour begann an diesem Morgen etwas außerhalb von Heerenveen, auf dem Anwesen, das heute Oranjewoud heißt. 1676 kaufte Prinzessin Albertine Agnes von Nassau, Witwe des Statthalters Wilhelm Frederik, das Landgut Sickingastate. Sie ließ dort das Landschloss Op ’t Woud errichten und Gärten, Alleen, Teiche, Spazierwege, Fahrwege und eine Orangerie anlegen.
Mit all diesem Grün fühlte sich dieser Oranjenzweig – und seine Nachkommen – hier sehr wohl. Kein Wunder: Das Anwesen umfasst rund 230 Hektar, das entspricht über 330 Fußballfeldern. Kurz hinter Oranjewoud passiert man die Ortschaft Brongergea und „ergattert“ dabei den ersten Glockenstuhl. Wo kein Geld für einen Kirchturm mit Glocke vorhanden war, wurde ein Gestell aus dicken Holzbalken verwendet. Auf dieser Tour kommst du mehreren Glockenstühlen begegnen.
Nach dem adligen Grün folgen weite Polder mit Deichen, auf denen neugierige Schafe weiden. Ein seltsamer Anblick, wenn man die Deiche betrachtet und dahinter weiße und braune Segel hin- und hergleiten sieht – ein Beweis dafür, dass das Wasser hier nie weit ist. So auch in Lemmer, bekannt durch die Lemsteraak. Mit ihren runden Linien und von oben betrachtet in Form eines Eies ist das Schiff prägend auf den friesischen Seen. Früher für den Fischtransport genutzt, später auch als Privatschiff. Direkt hinter dem Hafen ist die Bäckerei Breimer ein hervorragender Ort für ein Mittagessen – oder für ein passendes Souvenir. „Unser Sûkerbôle ist köstlich“, empfiehlt Alyssa Fuchs. Na gut, das Zuckerbrot kommt mit in die Fahrradtasche.
Am nächsten Tag führt die Tour über Stavoren nach Hindeloopen – wieder so ein malerisches Städtchen mit Grachten, kleinen Brücken und schmalen Gassen zum Bummeln. Das Erste Friesische Schlittschuhmuseum ist quasi ein Pflichtstopp, denn sagt man „Friesland“, sagt man „Schlittschuhlaufen“. Die Friesische Elfstedentocht entstand 1845, als drei Männer an einem Tag alle friesischen Städte auf ihren doorlopers (Schlittschuhe mit Holzsohlen) besuchten – unter ihrem Pullover ein Stapel Zeitungen gegen die Kälte. Diese Tour entwickelte sich zu einem unvergleichlichen Ereignis, das ganz Holland in Aufruhr versetzt – zumindest bis 1997, als die letzte Elfstedentocht gefahren wurde. Damals nahmen 250 Wettkampfteilnehmer und 16.000 Freizeitsportler teil.
Während dieser Schlittschuhtour besucht man auch Workum – und auf dieser Streckenreise ist das nicht anders. Bei fehlendem natürlichen Eis lässt es sich hier wunderbar auf einer Terrasse im Zentrum verweilen. „Ein Getränk? Ein Eis?“ Danach lohnt sich ein Abstecher ins Jopie Huisman Museum. Jopie war Händler von Lumpen, erlangte aber als Maler landesweite Bekanntheit. Seine Motive waren vor allem aussortierte Kleidung, alte Schuhe und andere Lumpen – und so schön gemalt, dass all diese Kunstwerke heute ein eigenes Museum haben. Adresse: Noard 6, Workum. Die Tour geht anschließend weiter nach Sneek.
Mit ihren achteckigen Türmen und der Brücke ist das Waterpoort das Symbol von Sneek. Du rufst: „Hey, die Uhr geht fünf Minuten vor?“ Und das stimmt – die Praxis stammt noch aus der Zeit, als das Tor Teil der Stadtmauer war. So hatten die Menschen ein bisschen Spielraum, um rechtzeitig die Stadt zu verlassen oder noch hineinzukommen. Denn nachts wurde alles verschlossen.
Am Kleinzand 32 findest du Weduwe Joustra, bekannt für seinen Beerenburg. Draußen zeigt ein Halter am Fahrradlenker, wie man diesen Schnaps für unterwegs mitnehmen kann.
Kurz außerhalb von Sneek radelst du über schmale Deiche und knirschende Muschelpfade. Bekassinen, Haubentaucher, Austernfischer und Kiebitze übertönen sich gegenseitig, um deine Aufmerksamkeit zu erlangen. Rechts erstreckt sich eine riesige Wasserfläche. Hier erlebten die Zwillinge Hielke und Sietse Klinkhamer mit ihrem bunt bemalten Boot De Kameleon ihre Abenteuer – und übten sich im Stabhochsprung. In der Umgebung gibt es genug Gräben dafür. Das Dorf Terherne hält die Erinnerung an diese Zwillinge aus der längsten Kinderbuchserie der Niederlande (72 Bände) lebendig.
Nach Joure, wo Egbert Douwes in seinem Lebensmittelladen De Witte Os (Midstraat 97) seinen inzwischen berühmten Douwe Egberts Kaffee verkaufte, nähert sich das Ende der Tour. Du lehnst dein Rad noch einmal gegen einen riesigen Findling. Die vorletzte Eiszeit brachte diesen Granitkoloss aus Schweden nach Rottum. Der Findling ist der größte der Niederlande: 4,70 Meter lang, 3,10 Meter breit und 44 Tonnen schwer. Dabei war er einst sogar viermal so groß und schwer.
Um 1850 gelang es einem Schiffer, mit Dynamitstangen drei Viertel des Steins abzubrechen. Die Brocken verkaufte er unter anderem für den Küstenschutz bei Lemmer. So sorgt die Eiszeit von vor 200.000 Jahren heute für trockene Füße.
Friesische Städte und Seen Rundreise, 7 Tage, Hotels mit Gepäcktransport, ÜF oder HP.
Gaasterland und Friesische Seen Rundreise, 4 Tage, Hotels mit Gepäcktransport, ÜF oder HP.
Oranjewoud Sternfahrt, 5 Tage, Hotel, 2 ÜF & 2 HP.
